Sorgten Aldi und Lidl für den niedrigsten Pro-Kopf-Fleischkonsum in Deutschland in 2020?

Der Pro-Kopf-Fleischkonsum in Deutschland hat laut statista.de den niedrigsten Wert seit (mindestens) 30 Jahren erreicht. Warum erst jetzt, wenn der Veganismus doch schon (gefühlt) seit mindestens 10 Jahren in den Mainstream-Medien gehäuft und überwiegend positiv erwähnt wird?

Ich bezweifele, dass dies an der erneut entfachten Klimawandel-Hysterie liegt, da der Veganismus von Greta Thunberg von den Mainstream-Medien (und auch von ihr selbst bei Kontakt mit den Medien) massiv vernachlässigt wurde. Das einzige was von den Schulschwänzern mit ihren Freitags-Demos praktisch erreicht wurde, ist die kriminelle CO2-Steuer mit der die Kapital-Eliten mit Hilfe unserer korrupten und gehirnamputierten Politkern uns nun noch mehr Geld aus der Tasche ziehen können (neben der Krankenversicherungs-Pflicht mit praktisch Null realer Gegenleistung sowie den Energie- und Drogen-Steuern) – bezweifele dass von diesen jährlichen Dutzenden Milliarden auch nur ein Zehntel in die Förderung von dezentralisierten Erneuerbaren Energien fließen wird. Ein Großteil geht mit Sicherheit für die Schulden-Zinsen drauf. Gretas Veganismus dagegen, fand in den Medien und Politik Null Beachtung. Vielleicht täusche ich mich, da ich mich seit Jahren kaum noch mit Politik befasse, jedoch bekam ich den Eindruck, dass auch Greta selbst diesem Aspekt nur sporadisch in ihren Reden Platz einräumte.

Auch die sehr gute Oscar-Rede von Joaquin Phoenix wird kaum oder höchstens bedingt dazu beigetragen haben.

Viel mehr wird es an der plötzlichen, flächendeckenden Verfügbarkeit von relativ günstigen und gut schmeckenden Fleisch-Alternativen gelegen haben. Denn die Predigten von ein paar Promis sind schön und gut, doch wenn Fleischersatz-Produkte zu prestigeträchtigen Lifestyle-Produkten degradiert werden und 3 bis 10 Mal teuerer sind als echte Fleisch-Produkte, dann können nur Bonzen und ihre Höflinge sich einen Öko- und Vegan-Orden auf die Brust kleben. Dies alleine wird nicht zu einem drastischen Rückgang des Fleischkonsums beitragen, was wir wunderbar in den letzten zwanzig Jahren mit dem Bioladen-Boom gesehen haben, denn überteuerte Fleischersatz-Produkte gab es in Bioläden und Reformhäusern immer in Fülle.

Zu dem Rückgang trugen meiner Ansicht nach primär Lidl und Aldi bei, mit ihrem explodierten Fleischersatz-Sortiment. Man könnte jetzt nun meinen dies sei vor allem Beyond Meat (und Leonardo DiCaprio) zu verdanken, da offensichtlich der Beyond Meat Hype zu der Ausweitung des Sortiments der Billigmarkt-Ketten unmittelbar beitrug. Ich denke jedoch eher ist es TROTZ des Beyond Meat Hypes dazu gekommen. Denn es gibt nichts Gutes an einem Hype eines überteuerten Produktes für die Eliten (und alle die dazu gehören wollen, auch wenn sie sich sowas nicht wirklich leisten können, aber es dennoch gelegentlich demonstrativ tun). Eher ist sowas kontraproduktiv – wie oft habe ich von Normal-Verdienern den Vorwurf, „das Zeug schmeckt nicht und ist zu teuer“ mir anhören dürfen. Sicherlich kann ein erfahrener Veganer solchen Argumenten vieles entgegen bringen. Jedoch kannst du gegen die irrationale Lust auf Fleisch-Produkte nur schlecht mit rationalen Argumenten auffahren und ist der Kosten-Faktor da eine sehr bequeme Ausrede: „ich würde ja gerne, aber ich kann es mir nun mal nicht leisten“.

Eine der wichtigsten Regeln, die ich als Web-Designer von Anfang an lernte: ist:
„Don’t let me think“.
(nebenbei bemerkt: diese Website entspricht nicht meinen aktuellen Web-Designer-Skills sondern ist mein allererster selbst programmierter und gestalteter WordPress-Theme, den ich seitdem aus Zeitmangel leider nicht gepflegt habe).

Ich glaube diese Maxime gilt auch für Propaganda des Veganismus‘. Mit Veganismus fordert man von den Menschen die Aufgabe von lieb gewonnen Gewohnheiten. Wir aber sind alle gnadenlose Egoisten. Wir haben auf andere geschissen, wenn es um unsere Interessen geht. Die meisten gehen gerne (wortwörtlich) über Leichen, bei der Verfolgung oder Verteidigung ihrer Interessen (die meisten legen zwar selten selbst Hand an, dafür aber sind wir mehr oder weniger zufrieden mit dem, was die Kriegsmaschinerie und Geheimdienste im In- und Ausland, aber auch Politiker mittels Menschen tötender Wirtschafts-Sanktionen zu Sicherung der Vormachtstellung auf dem Weltmarkt Macht so anstellen). Die wenigsten von uns verfügen über eine natürliche bzw. über die Kindheit hinaus erhaltene Empathie für das Leid anderer Lebewesen. Leider ist es unsere Natur, dass wir Empathie für das Leid der anderen erst dann entwickeln, wenn uns dasselbe Leid widerfährt oder wenn wir spirituell erwachen. Zudem wird das Leid der Tiere durch die Fleischindustrie und ihre Lobbyarbeit (aber auch das Leid der Menschen in den Ländern, wohin die westlichen Kapitalisten ihre Sklaven treibende Fabriken verlagert haben und wo ihre Armeen und Geheimdienste tätig sind) konsequent aus dem Bewusstsein der Massen verdrängt. Folglich ist es falsch die Verantwortung alleine auf die Ignoranz und Böswilligkeit der Fleischesser zu schieben (was viele Veganer gerne machen bei der Verteidigung ihrer Lieblings-Vegan-Kapitalisten. Jede/r vegane Aktivist/in trägt mit die Verantwortung für die Verbreitung des Veganismus. Und wenn ein Unternehmen sich als rein veganes Unternehmen positioniert, dann hat dieser die Pflicht das Wohl der Tiere über das Profit zu stellen und Produkte zu entwickeln, die auch die Massen sich leisten können. Denn ansonsten ist ein solcher Unternehmer als heuchlerischer Opportunist zu betrachten, der ebenfalls indirekt mit dem Leid der Tiere Profit macht (vor allem wenn das Produkt wie Sand schmeckt oder die billigsten Zutaten hat, aber preislich französischen Restaurants Konkurrenz macht und somit lediglich das „Vegan“-Label als Verkaufsargument nutzt).

Wie in anderen Posts schon geschrieben, schrecken überteuerte Fleisch-Alternativen die meisten Leute ab. Diejenigen die sich von teueren Preisen der Fleischalternativen nicht abschrecken lassen sind bereits ideologisch gefestigt oder Geld spielt für sie keine Rolle. Und wenn es welche gibt die weder ideologisch so richtig dabei sind und auch nicht wirklich wohlhabend sind aber trotzdem in den Hipster-Cafes stets Kaffee mit Soja-Milch kaufen, dann nur um dazu zu gehören. In jedem Fall kommt man insgesamt auf eine Bevölkerungs-Gruppe im oberen einstelligen, allerhöchstens im niederen zweistelligen Bereich. Es ist daher eine Verantwortung der sich als rein vegan positionierenden Unternehmen, Produkte zu entwickeln die sich auch die Massen leisten können und Profite an zweiter Stelle kommen zu lassen. Insofern leistete die Fleischindustrie die meistens hinter den Fleischalternativen der Billig-Supermärkte steht, perverserweise mehr zu Verringerung des Tierleids als alle existierenden veganen Unternehmen zusammen. Und dass das auf lange Sicht wohl kaum im Interesse des Veganismus sein kann, dürfte einem klar sein. Es besteht natürlich die Chance, dass die Fleischindustrie zugunsten der besseren Profite mit veganen Produkten immer mehr auf Fleischersatz-Produkte setzen wird. Jedoch besteht noch mehr die Chance, dass alle Fleisch-Alternative-Unternehmen von der Fleischindustrie aufgekauft wird und diese dann gegen die Wand gefahren werden, wie es so oft in der kapitalistischen „Markt“-Wirtschaft von Konzernen gegen kleinere Konkurrenz-Unternehmen gemacht wird.

Überdies kann jeder überzeugte Veganer oder jeder heuchelnde Bonze, Hipster und Öko-Faschist, der gerne einen fleischfreien Tag pro Woche einlegen möchte, auf überteuerte, geschmacklich fragwürdige Fleisch- und Milch-Imitate problemlos verzichten – Nüsse, Getreide und Grünzeug beinhaltende Vollwertkost lässt einen nichts (großartig) vermissen. Das heißt man tut niemandem ausser sich selbst und ein paar Heuchlern die demonstrativ ihr Gewissen bereinigen möchten was Gutes, wenn man überteuerte vegane Produkte vermarktet und überlässt stattdessen kampflos den wichtigsten Betätigungsfeld (Billig-Supermärkte) der Fleischindustrie.

Ich kann zwar verstehen, dass man als Veganer gerne damit Geld verdienen möchte, was einem Spaß macht. Jedoch steht Kapitalismus dem Veganismus und jedem sonstigen ethischen Ismus entgegen. Deshalb verdiene bzw. versuche ich Geld mit Web-Entwicklung zu verdienen. Denn lieber verkaufe ich „überteuert“ (= mit maximal möglicher Profit-Marge) Tech-Produkte an Fleischesser und reinvestiere den eventuellen reichlichen Gewinn in Förderung von Tierwohl fördernden Non- oder Low-Profit-Produkten und -Dienstleistungen, anstatt Geld Veganern und halbherzigen Ökos aus der Tasche zu ziehen und Nicht-Veganern mehr Argumente gegen den Veganismus zu liefern.

Gib deinen Senf dazu!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.